Selbstbestimmte Kleingruppen

Einen weiteren Bestandteil der Betreuung bildet die "SELBSTBESTIMMTE KLEINGRUPPE".

Bewohner erleben gerade bei der Übersiedlung in eine Pflegeeinrichtung die große Gemeinschaft der Bewohner als "Zwangsgemeinschaft". Ob nun dieser Eindruck sehr stark von der negativen Grundeinstellung gegenüber dem "Altenheim" als letzte Lösung geprägt ist, und darum die Übersiedlung von der eigenen Wohnung in einer Pflegeeinrichtung so schwer macht, ist kaum abschätzbar. Feststellbar ist jedoch bei einer Vielzahl von Bewohnern, dass schon nach kurzer Zeit das Betreuungsangebot der "professionellen Helfer" mehr als eigentlich notwendig in Anspruch genommen wird. Diese anfängliche, aber im weiteren Betreuungsverlauf schwer korrigierbare Überbetreuung führt häufig zu einer passiven, abwartenden Grundhaltung, die individuelle Interessen schnell zum Verflachen bringen kann.

Durch ihre Erfahrungen untereinander in der "Interessengemeinschaft" und durch ihre aktualisierte Bedürfnisstruktur, haben die Bewohner die Möglichkeit, nach Sympathie und Vorliebe Kleingruppen zu bilden. Diese Kleingruppen von "gleichen Betroffenen" sollten das Vermögen, sich "gegenseitig helfen zu können", in ihrem tagtäglichen Umgang miteinander erlebbar machen können. Mitarbeiter sollten so wenig wie eben möglich in das Gruppengeschehen eingreifen, jedoch teilnehmen und Betreuungsleistungen an dem einzelnen Bewohner auf ein Mindestmaß reduzieren. Die Gruppengröße mit maximal 13 Personen gibt dem Einzelnen darüber hinaus die Möglichkeit, sich vom Gesamtgeschehen der Pflegeeinrichtung in eine private Atmosphäre zurückzuziehen, ohne gleich isoliert zu sein.